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05.04.2023

Was ein Luftqualitäts-Zertifikat aussagt und was nicht

Bei Ausschreibungen und Verkaufsgesprächen werden häufig Luftqualitäts-Zertifikate von Herstellern vorgelegt.

Dabei handelt es sich häufig um vom Hersteller selbst erstellte Zertifikate zur DIN EN 12021:2014.

Die DIN EN 12021:2014 ist eine europäische Norm, die klar vorschreibt wie die Atemluft beschaffen sein muss bzw. welche Schadstoffkonzentration in der Atemluft enthalten sein darf. Ein solches Zertifikat kann beim Nutzer den Eindruck erwecken, dass sein Kompressor immer reine Atemluft, die der Norm entspricht, liefert.

Im Kleingedruckten wird auf eine mögliche Luftverschmutzung im Ansaugbereich und auf die Aufstellungsvorschriften des Herstellers hingewiesen.

Das Zertifikat kann aber nur die Bedingungen bei der Prüfung abbilden, denn der Kompressor verdichtet nur die Luft, die er ansaugt.

Befindet sich der Kompressor in der Nähe eines großen Parkplatzes, einer stark befahrenen Straße, in schlecht belüfteten kleinen Räumen usw. kann er zu viel CO oder CO2 ansaugen und dieses Schadgas in das Atemschutzgerät pumpen.

Ein Zertifikat kann die örtlichen Bedingungen am späteren Aufstellort nicht abbilden.

Viele Anwender sind der Meinung, dass das nachgeschaltete Filtersystem des Kompressors diese Schadstoffe herausfiltert, dies trifft nicht zu. Der seit Jahrzehnten verwendete Begriff “FILTER” trifft es nicht genau. Eigentlich handelt es sich um eine Trocknereinheit. Die sogenannte Filterpatrone ist mit MOLEKULASIEB und ein wenig Aktivkohle gefüllt. Mit dem Molekularsieb wird nur die in der Druckluft enthaltene Restfeuchte herausgefiltert, und mit der geringen Menge Aktivkohle wird der in der Feuchtigkeit enthaltene Ölgeruch herausgefiltert.

Die Trocknereinheit filtert in keiner Weise CO oder CO2 aus der Druckluft. Die Norm betrifft weniger den Hersteller als vielmehr den Betreiber, der sicherstellen muss, dass die Luft, die er in die Flaschen pumpt, jederzeit der DIN EN 12021:2014 entspricht.

Vielen Anwendern ist das nicht bewusst, aber im Falle eines Unfalls kann das Füllpersonal verantwortlich sein. Aus diesem Grund werden im öffentlichen Bereich häufig Anlagen mit ONLINE-Luftqualitätsüberwachung eingesetzt; sie kann helfen, Abweichungen früh zu erkennen und das Risiko für das Füllpersonal zu verringern.

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