IDE Compressors

Sicherheitsfüllboxen – Sicherheit beim Füllen!

Vereinzelt wird der ursprünglich aus Amerika kommende Trend, Atemluftgeräte in sogenannten Sicherheitsfüllboxen zu füllen, auch in Europa umgesetzt.
Aber gerade diese Art der Flaschenfüllung birgt – bei unsachgemäßer Umsetzung – weit größere Gefahren als das herkömmliche Füllen an der Füllrampe. Das Füllpersonal ist zwar vor herumfliegenden Teilen geschützt, doch kaum jemand denkt an die freiwerdende komprimierte Luft.

Um eine solche Sicherheitsfüllbox sicher und gefahrlos betreiben zu können, müssen unbedingt einige Voraussetzungen am Aufstellungsort (Füllraum) und an der Ausstattung der Füllbox erfüllt sein.

  1. Erstellen Sie schon bei der Planung der Anschaffung einer solchen Füllbox eine Gefährdungsbeurteilung, in die Sie die Füllbox mit einbeziehen.
  2. Der Raum, in dem die Füllbox aufgestellt werden soll, muss über eine spezielle Entlüftungseinrichtung verfügen, da bei einem Flaschenplatzer in Sekundenbruchteilen bis zu 4,5 m3 Luft freiwerden. Wohin geht diese Luft? Die im Internet veröffentlichten Videofilme von Vorführungen und Tests verschiedener Hersteller im Netz und auf Youtube wurden ausnahmslos im Freien gedreht. In diesen Filmen ist unschwer zu erkennen, wie viel Luft bei einem Flaschenplatzer freigesetzt wird.
  3. Eine Zertifizierung der Füllbox bedeutet nur, dass die Box selbst einem Flaschenplatzer standhält. Eine Kettenreaktion, wie sie bei Füllboxen ohne eine räumliche Trennung der einzelnen Flaschen beim Füllvorgang möglich ist, wurde nicht getestet, demzufolge nicht zertifiziert. Die in einem Raum freiwerdende Luftmenge wurde dabei nicht in die Betrachtung und damit auch nicht in die Zertifizierung einbezogen.
  4. Die Füllboxen müssen sicher am Boden verankert sein. Achtung Fußbodenheizung!
  5. Achten Sie im Füllraum auf Fenster, die bei einem Flaschenplatzer splittern und draußen vorbeigehende Passanten verletzen könnten.
  6. Achten Sie auf stabile, nach innen öffnende Türen, damit im Raum dahinter niemand durch die auffliegende Tür verletzt werden kann.
  7. Die Füllplätze in der Box müssen unbedingt durch Sicherheitsschotten getrennt sein, da sonst eine Kettenreaktion ausgelöst werden kann.
  8. Während des eigentlichen Füllvorgangs sollte niemand im Füllraum sein, der Füllvorgang muss von außen steuerbar sein. Das Öffnen der Eingangstür zum Füllraum während des Füllvorgangs muss den Füllvorgang unterbrechen. Sinnvoll wäre auch ein bruchsicheres Fenster zwischen Bedieneinheit und Füllraum, um den Füllvorgang beobachten zu können

Bei allem Sicherheitsdenken sollte man nicht vergessen, dass weltweit kaum Unfälle durch Flaschenplatzer bekannt sind. Die meisten Unfälle passierten und passieren beim Handling, gerade das ist jedoch bei manchen Füllboxen extrem umständlich und schreit geradezu nach handlingbedingten Unfällen.

Wenn Sie den Füllvorgang vom Nebenraum aus durchführen und die oben genannten Sicherheitseinrichtungen einbauen, macht eine gute moderne und deutlich preisgünstigere Füllrampe mit Überwachung, Speicherung und Dokumentation der Füllvorgänge gemäß BetrSichV unter Umständen mehr Sinn.